Angela steht voll im Leben, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen tollen Beruf. Als sie einmal abends nach Hause fährt, wird sie von einem alkoholisierten Autolenker angefahren, und liegt schwerverletzt im Spital. Die ganze schöne Welt liegt in Scherben, es ist unklar, ob sie den Unfall überhaupt überlebt. Schliesslich schafft sie den Weg zurück ins Leben, doch was ist davon noch übrig? Sie wird nie mehr normal gehen können, wohl auch kaum mehr richtig arbeiten. Was ist sie nun noch wert, was macht sie nun noch aus, in einer Gesellschaft, in der so vieles über Leistung definiert ist? Nur mühsam schafft sie den Weg zurück ins Leben. Nach und nach stellt sie aber fest, dass sie Dinge entdeckt, Erkenntnisse gewinnt und eine Tiefe erlangt, die ihr ohne Unfall wohl für immer unbekannt geblieben wären. Schliesslich kommt sie an einen Punkt, wo sie sich fragt, ob der Unfall wirklich ein Unglück gewesen ist, oder nicht eher ein Glück? Sie beschliesst, den Unfallverursacher aufzusuchen…

 

Die Idee des Autors

Lukas2„Der Glücksbegriff in unserer Kultur ist sehr stark definiert durch die Abwesenheit von Unglück: wir versichern uns bis über beide Ohren, prüfen die Gesundheit unserer Kinder schon lange, bevor sie überhaupt zur Welt kommen und fürchten nichts so sehr wie das Unglück. Was aber, wenn das Unheilvolle eintrifft? Ist dann das Glück per se unmöglich?

Andere Kulturen haben einen viel positiveren Umgang mit Unglück, und sehen darin nicht einfach ein Pech, das nicht hätte passieren dürfen, sondern eine Aufgabe, eine Entwicklungsmöglichkeit, ein Weg zu vielleicht ganz anderen Erkenntnissen.

Ich möchte mit diesem Musical zeigen, dass Glück nicht immer glücklich macht, auch sehr oberflächlich und langweilig sein kann, und umgekehrt vermeintliches Unglück oft sehr viel Positives hat, schon nur, dass man das Glück wieder schätzen lernt. Damit kann vielleicht auch diese Verkrampfung abgelegt werden, dass ja nichts passieren darf. Denn genau dadurch scheint das Glück vieler Zeitgenossen arg eingeschränkt und der Druck gross, dieses gläserne Glück ja nicht zu gefährden.

Dabei ist und bleibt es so, dass das Leben lebensgefährlich ist, aber wunderschön. Auch dann, oder vielleicht gerade dann, wenn das Pech uns auf die Suche schickt nach dem tieferen Glück!“